Sonntag, 19. Juli 2020

[Rezension] Franka Frei - Periode ist politisch


Titel: Periode ist politisch
Autor/in: Franka Frei
Seiten: 256
Preis: 18,00€ (Hardcover)
Verlag: Heyne Hardcore

Worum geht es?
Obwohl die Menstruation ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens und eine faszinierende Körperfunktion ist, gilt sie selbst heute immer noch als Tabu. Wenn über sie geredet wird, dann hinter vorgehaltener Hand und in den meisten Fällen mit einer ordentlichen Portion Scham. 
Doch dieser Umstand hat nicht nur Auswirkungen auf alle menstruierenden Menschen, sondern auch weitreichende Konsequenzen für das gesellschaftliche Leben. Deshalb macht sich Franka Frei, die bereits ihre Bachelorarbeit über dieses Thema geschrieben hat, auf, um endlich mit diesem Tabu zu brechen.

Meine Meinung:
Nachdem ich dieses Buch jetzt einige Male auf Bookstagram gesehen habe, wurde ich doch sehr neugierig und habe es selbst als Rezensionsexemplar angefragt (an dieser Stelle nochmal vielen Dank an den Heyne Hardcore-Verlag!). Und was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert!

Ich hatte selbst nie ein großes Problem, über das Thema Periode zu sprechen. Das war und ist für mich eine der normalsten Sachen der Welt - was aber eben auch dazu geführt hat, dass ich nie großartig das Gefühl hatte, dass man darüber reden müsse. Das sehe ich jetzt, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, ganz anders. Mir war nicht bewusst, wie tief verankert dieses Tabu nicht nur in anderen Kulturen dieser Welt, sondern auch bei uns auch heute immer noch ist. Und vor allem war mir nicht klar, was das für Konsequenzen hat!

Das Thema Menstruation ist immer noch für sehr viele Menschen auf dieser Welt mit einer unglaublich großen Scham verbunden - und davon profitieren wiederum andere! Mich hat in dieser Hinsicht vor allem das Kapitel über die Hersteller Always und o.b. unfassbar schockiert. Die zwei Giganten in dem Bereich Perioden-Einmalprodukte nutzen den Umstand, dass sehr viele menstruierende Menschen sich so sehr dafür schämen, einmal im Monat zu bluten, dass sie alles dafür tun würde, um es vor dem Rest der Welt geheim zu halten, schamlos aus. In der Werbung wird suggeriert, dass sie sich mit ihren Produkten nun "frei" und "sauber" fühlen könnten - als ob das sonst während der Periode nicht möglich wäre! Und nicht nur das: Mithilfe unterschiedlichster Werbeaktionen und Tricks wird diese tief sitzende Scham auch weiterhin gefördert - wäre ja nicht auszudenken, was es für die Firmen bedeuten würde, wenn Menschen plötzlich offen und ohne Scham mit ihrer Periode umgehen würden!

Auch die Kapitel über Umweltschutz und Menschenrechte haben mich tief schockiert. Mir war nicht bewusst, was für eine unfassbare Umweltverschmutzung Perioden-Einmalprodukte sind - dass sie ökologisch gesehen nicht gerade toll sind, war mir schon klar, aber wie schlimm es wirklich ist, habe ich dann doch nicht geahnt. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Binden und Slipeinlagen 500 bis 800 Jahre lang erhalten bleiben?! Bei dem Gedanken wird mir wirklich ganz anders. Franka Frei stellt in ihrem Buch aber glücklicherweise einige nachhaltige Alternativen zu Binden, Tampons und Slipeinlagen vor.
Im Rahmen ihres Menstruations-Aktivismus traf sie sich mit anderen Aktivistinnen aus der ganzen Welt und welche Erfahrungen sie dort machen musste, haben mich zutiefst erschüttert. Ich beschäftige mich nun schon seit einiger Zeit mit dem Thema Fast Fashion, aber dieses Buch hat mir wirklich nochmal die unwürdigen Bedingungen vor Augen gehalten, mit denen Kleidungsstücke von beispielsweise H&M in Bangladesh oder anderen Ländern produziert werden. Wir leben hier in unserer kleinen gemütlichen Blase und es ist so wichtig, dass wir sie endlich platzen lassen und über den Tellerrand hinaus sehen! Alles, was wir hier konsumieren, hat weitreichende Folgen für Menschen irgendwo anders auf der Welt!

Auch der Umgang mit der Menstruation in anderen Ländern der Welt hat mich sehr schockiert. Auch heute noch müssen menstruierende Menschen während ihrer Periode teilweise in Hütten im Wald leben, da sie als "unrein" gelten und sich daher von allem anderen fern halten sollen. In vielen Teilen der Welt wird nun erst zum ersten Mal über das Thema aufgeklärt! 

Mir ist beim Lesen dieses Buches einiges klar geworden und zwar allem voran, dass über das Thema Menstruation gesprochen werden muss, bis es kein Tabu mehr darstellt. Sonst wird es immer weiter dafür sorgen, dass wir enorme gesellschaftliche Ungleichheiten ertragen müssen.


Fazit:
Ich würde dieses Buch gerne jedem Menschen in die Hand drücken. Es sollte meiner Meinung nach Pflichtlektüre im Bio-Unterricht werden! Ganz große Lese-Empfehlung!

Montag, 13. Juli 2020

[Rezension + Mini-Update] Sarah Hilary - Puppenheim

Hallo ihr Lieben,

wie viele von euch befinden sich auch in der Klausurenphase? Und ist euer Stresslevel genau so hoch, wie meins? Ich hatte mir für dieses Semester eigentlich wirklich vorgenommen, das Ganze mal etwas entspannter anzugehen, doch dann kam Corona und die Profs haben das irgendwie zum Anlass genommen, um uns mit Stoff und Abgaben zu bombardieren. War es bei euch auch so ähnlich?
Nachdem mein Körper mir dann wieder super deutlich gezeigt hat, dass ich mal einen Gang runterschalten sollte, habe ich die letzten Tage versucht, mir bewusst Zeit für Pausen und für die Dinge einzuplanen, die mir gut tun. Self-Care ist bei mir irgendwie immer das erste, was in stressigen Phasen aus dem Fenster fliegt, und ich möchte wirklich lernen, besser auf mich Acht zu geben. Also habe ich mir wieder mehr Zeit zum Lesen genommen, und da kam das Rezensionsexemplar vom btb-Verlag natürlich gerade recht!


Titel: Puppenheim
Originaltitel: Tastes like Fear
Autor/in: Sarah Hilary
Seiten: 475
Preis: 10,00€ (Taschenbuch)
Verlag: btb
Meine Bewertung: 2.5/5 ☆

Worum geht es?
Eine Reihe von Vermisstenfällen sorgt in London für Aufregung. Nach und nach verschwinden junge Mädchen, die von zu Hause ausgebrochen sind, und die Polizei steht ohne jegliche Spuren da. Bis eines Tages die Leiche eines der Mädchen gefunden wird. Und das Geflüster über einen mysteriösen Mann, der die Mädchen mit zu sich nach Hause genommen haben soll, wird immer lauter...

Meine Meinung:
Ich hatte mich wirklich so sehr auf dieses Buch gefreut. Ich fand, dass der Klappentext und auch der Titel total vielversprechend klangen. Doch ich muss leider schon vorweg sagen: Dieses Buch hat mich ziemlich enttäuscht. 

Zuerst einmal kann ich nicht wirklich nachvollziehen, was der Titel mit dem Inhalt dieses Buches zu tun haben soll. Auch im Klappentext wurde auf die "Puppen" hingewiesen, doch im Buch spielt das nicht mal wirklich eine Rolle, was mich so enttäuscht hat, da ich mich vorrangig wegen des vielversprechenden Titels für dieses Buch interessiert habe. 

Ich hatte etwas Düsteres und Unheimliches erwartet, stattdessen konnte mich das Buch auf den ersten ca. 400 Seiten so gar nicht packen. Ein unübersichtliches Wirrwarr aus total blassen Charakteren hat mich anfangs echt fast Verzweifeln lassen und auch am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich einen der Charaktere kennen würde, geschweige denn, dass mir einen von ihnen am Herzen gelegen hätte. Es ist wirklich nicht ein einziger Charakter dabei gewesen, der irgendwie hervorgehoben oder mal etwas näher beleuchtet worden ist, daher hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, total unbeteiligt von oben auf die ganze Geschichte herunterzublicken, anstatt wirklich dabei zu sein. Das fand ich wirklich schade, denn so konnte ich irgendwie gar nicht so richtig mitfiebern. 

Auch die Szenen aus der Sicht einer der Gefangenen konnte mich nicht wirklich überzeugen. Wir treffen dadurch zwar den Mörder, aber selbst der ist total blass und ich hatte bis zum Schluss das Gefühl, ihn nicht so wirklich greifen zu können. Ich denke, diese Szenen sollten bedrohlich oder bedrückend wirken, stattdessen ist da nie wirklich etwas passiert und ich hatte auch nie dieses Gefühl von Beklemmung, das sonst oft in Szenen aus dieser Perspektive entsteht. 

Es ist auch insgesamt bis auf den letzten 80 Seiten nicht wirklich viel passiert. Klar, es werden Leichen gefunden, aber das geht wirklich in den Massen an eher langatmigen Textpassagen total unter. Nicht mal die "Cliffhanger" am Ende der Kapitel haben wirklich zum Weiterlesen angeregt. 
Zum Schluss hat sich das Tempo dann noch ein wenig erhöht, aber auch das konnte mich nicht mehr so wirklich überzeugen. Es gab noch einen ziemlich guten Plot Twist und ein etwas spannenderes Finale, was meine Bewertung nochmal etwas angehoben hat, dennoch denke ich, dass ich kein Fan von Sarah Hilarys Bücher werde.

Fazit:
Ich denke, dass diese Geschichte wirklich Potenzial gehabt hätte, nur leider nicht so toll umgesetzt wurde. Mir persönlich war das Buch zu langatmig und die Charaktere zu farblos. Das konnte leider auch das spannende Ende nicht mehr ausgleichen. 


Ich hoffe, ihr kommt alle noch gut durch die verbleibende Prüfungsphase und allen anderen wünsche ich eine schöne Woche!

Kiki 



Mittwoch, 1. Juli 2020

[Rezension] Andreas Gruber - Code Genesis: Lass dich nicht schnappen

Hallo ihr Lieben,

ich möchte euch heute ein Buch aus einer meiner absoluten Lieblingsreihen - Code Genesis - vorstellen, welches mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde! :)


Titel: Code Genesis: Lass dich nicht schnappen
Autor/in: Andreas Gruber
Preis: 0,99€ (eBook)
Verlag: cbj
Meine Bewertung: 4/5 ☆

Worum geht es?
Bei diesem Buch handelt es sich um das Prequel zu der "Code Genesis"-Reihe von Andreas Gruber, es spielt also noch vor dem 1. Band. Ich würde euch jedoch nicht empfehlen, es vor den ersten zwei Büchern zu lesen, da es sonst ziemlich spoilern könnte!
Bevor Terry und ihre Freunde in Miami anlegten, was ihr Leben für immer verändern sollte, waren sie auch schon mit der Kopernikus auf den Weltmeeren unterwegs. Bei einem Zwischenstopp auf Tahiti möchte Terry eigentlich nur endlich ihren Brieffreund Jake treffen, doch als sie dort ankommt, ist er übel zugerichtet. Zusammen begeben sich die beiden auf die Jagd nach skrupellosen Tierjägern und damit in höchste Gefahr. Doch sie sind nicht alleine...

Meine Meinung:
Ich habe ja bereits die Band 1 und Band 2 für euch rezensiert und war von beiden absolut begeistert! Die "Code Genesis"-Reihe ist meiner Meinung nach absolut einzigartig und sie hat definitiv für immer einen Platz in meinem Herzen sicher! Daher habe ich mich natürlich riesig gefreut, dass ich auch das Prequel für euch rezensieren darf.

Es ist immer wieder so schön, zu Terry und ihren Freunden auf die Kopernikus zurückzukehren. Ich liebe die Atmosphäre in den Büchern so sehr und mir macht es einfach unfassbar viel Spaß, mit der Crew auf Reisen zu gehen. So war es auch in diesem Teil! Wir lernen jetzt auch noch Terrys Brieffreund Jake kennen, der Mitglied einer Diebesbande auf Tahiti ist. Gemeinsam machen sich die beiden auf, um unschuldige Papageien aus den Fängen von Tierjägern zu befreien (damit haben sie schonmal riesige Pluspunkte bei mir gesammelt!) und manövrieren sich dabei mal wieder in eine absolut riskante Situation. Wie immer habe ich total mitgefiebert und mich so gefreut, dass auch Ethan wieder eine große Rolle in der Geschichte gespielt hat. Simon und Johann kamen mir leider ein wenig zu kurz (ich liebe die beiden!), aber es war schön, sie wenigstens am Rande mal "wiederzusehen".

Außerdem lernen wir in diesem Buch etwas wichtiges über Terrys verstorbene Mutter, das ich euch jetzt hier natürlich nicht preisgeben kann, um euch nicht zu spoilern. Aber ihr solltet es auf jeden Fall nach Band 2 lesen, um einen vollen Überblick über die ganze Geschichte zu erhalten!

Das Cover wurde im selben Stil wie bei den beiden anderen Bänden gehalten und ich muss hier nochmal erwähnen, wie unglaublich schön ich diese Covergestaltung finde! Ich bin wirklich ziemlich traurig darüber, dass das Prequel nur als eBook erschienen ist (auch wenn ich natürlich verstehen kann, dass es sich aufgrund der geringen Seitenzahl nicht gelohnt hätte), weil ich das Cover so gerne ebenfalls in meinem Regal ausstellen würde!

Der einzige "Kritikpunkt" ist, dass ich ein wenig das Gefühl hatte, dass der Schreibstil ein wenig unter der geringen Seitenzahl gelitten hat. Das ist natürlich bei den meisten Kurzgeschichten so, jedoch kenne ich von Andreas Gruber sonst nur das Allerbeste, während hier manche Aspekte leider etwas zu kurz gefasst waren und dadurch irgendwie abgehackt gewirkt haben.
Alles in Allem kann ich euch das Buch jedoch nur empfehlen, wenn ihr noch mehr über Terrys Welt und vor allem ihre Vorgeschichte erfahren wollt!

Fazit:
Abenteuer, Freundschaft, Familie und die große weite Welt - die "Code Genesis"-Bücher sind absolut einzigartig!

Samstag, 27. Juni 2020

[Rezension] Lauren Weisberger - Die Frauen von Greenwich

Hallo ihr Lieben,

meine letzte Rezension liegt schon etwas zurück, aber die Abgaben und Klausuren in der Uni fordern zur Zeit echt ihren Tribut. Dennoch habe ich mir heute endlich mal wieder Zeit zum Lesen genommen und habe ein ganz tolles Buch beendet, das ich euch gleich vorstellen wollte.
Vielen Dank nochmal an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!



Titel: Die Frauen von Greenwich
Originaltitel: When Life gives you Lululemons
Autor/in: Lauren Weisberger
Seiten: 332
Preis: 10,00€ (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann
Meine Bewertung: 4.5/5 ☆

Worum geht es?
Emily Charlton, ehemalige Assistentin der gefürchteten Miranda Priestly von Runway und nun Beraterin der Stars, kann sich nichts schlimmeres vorstellen, als in der Vorstadt zu leben. Das Leben zwischen Vormittags-Cocktails, Schönheit-OPs und Yogapants ist ihr ein Graus. Dennoch verschlägt es sie nach Greenwich, wo sie einem untergetauchtem Supermodel nach einem Riesenskandal, der sie ihr Sorgerecht kosten könnte, wieder auf die Beine helfen möchte. Und ehe sie sichs versieht, ist sie mittendrin im Vorstadt-Drama...

Meine Meinung:
Ich war damals ein riesiger Fan von dem Film zu "Der Teufel trägt Prada" und konnte daher nicht widerstehen, als ich gesehen habe, dass es eine Buch-Fortsetzung gibt. 
Ich muss sagen, dass die Atmosphäre wirklich ganz anders ist, als im ersten Buch. Klar, wir befinden uns immer noch in der Welt der High Society, doch diesmal nicht mehr in New York, sondern in der beschaulichen Vorstadt Greenwich. Und schon nach ein paar Seiten war mir klar, warum Greenwich für Emily so ein Albtraum ist. Ich bin zwar selbst gar kein Stadtmensch, aber eine Vorstadt bevölkert von reichen, gelangweilten Müttern ist wohl doch auch nicht so das Wahre. Und wo ich schon dabei bin, möchte ich gleich mal meinen (einzigen) Kritikpunkt an diesem Buch abhaken: Ich fand die Darstellung von den (meisten) Müttern und der Ehe wirklich unfassbar deprimierend. Klar, sie hat auch die guten Ausnahmen gezeigt, aber zwischenzeitlich musste ich mich echt nochmal daran erinnern, dass es nicht so sein muss
Aber abgesehen davon fand ich das Buch wirklich richtig toll. Es ist immer im Wechsel aus der Perspektive von Emily, ihrer Freundin Miriam - einer Mutter von drei Kindern, mit einer unfassbar guten Seele, die mit ihrer Familie ein halbes Jahr zuvor nach Greenwich gezogen ist - und dem Supermodel Karolina, die sich in Greenwich versteckt, nachdem sie mit einem Auto voller Kindern von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurde, geschrieben. Ich fand es sehr interessant, die Ansichten dieser drei so verschiedenen Frauen, die alle auf ihre Art wirklich stark sind, zu sehen und obwohl Miriam mein absoluter Liebling war, mochte ich doch alle drei sehr gern. 
Der Hauptfokus der Geschichte liegt darauf, wie die drei Freundinnen zusammen versuchen, Karolinas Ruf wiederherzustellen und ihr das Sorgerecht für ihren Sohn zu erkämpfen, doch auch in Miriams und Emilys Leben ist einiges los. Alle hatten mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und zwischen all den Vorstadtfrauen mit ihren Cocktailparties, Schönheits-OPs und Affären kann man auch schnell schonmal ein wenig verrückt werden. Ich muss sagen, so abstoßend ich diese Welt an sich auch fand, ich musste wirklich so oft laut lachen. Das Buch strotzt nur so vor witziger, schlagfertiger Wortgefechte und vor allem Emily hat mich mit ihrer trockenen Art immer wieder zum Lachen gebracht. Und die Entwicklungen, die die Charaktere durchmachen, ist in allen drei Fällen einfach so schön, dass ich am Ende echt ein wenig wehmütig wurde, weil das Buch schon vorbei war!
Generell fand ich den Schreibstil der Autorin sehr angenehm. Es wurde nie lange um irgendetwas herumgeredet, sondern gerade so viel beschrieben, dass alles vor meinem inneren Auge lebendig wurde, ohne mich zu langweilen.
Auch wenn ich das Buch jetzt nicht als spannend beschreiben würde, so hat es mich doch gefesselt und war die perfekte Urlaubs-Strand-Lektüre, die ich euch wirklich nur empfehlen kann!

Fazit:
Seid ihr noch auf der Suche nach der perfekten Urlaubsbegleitung? Dieses Buch ist die Antwort!

Mittwoch, 10. Juni 2020

[Rezension] John Marrs - The Passengers

Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch einen wunderschönen Mittwoch und möchte euch heute dieses tolle Rezensionsexemplar vorstellen, das mir freundlicherweise vom Heyne-Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle! :)





Titel: The Passengers: Du entscheidest über Leben & Tod
Originaltitel: The Passengers
Autor/in: John Marrs
Seiten: 492
Preis: 14,99€ (Taschenbuch)
Verlag: Heyne
Meine Bewertung: 5/5 ☆

Worum geht es?
Selbstfahrende Autos gehören in Großbritannien mittlerweile zum Alltag und haben manuell gesteuerte Fahrzeuge fast vollständig von den Straßen verbannt.
Eines Morgens steigen acht Menschen in ihre Autos ein, um ihren täglichen Verpflichtungen nachzugehen. Doch nur Sekunden, nachdem sie ihre Wagen bestiegen haben, verriegeln sich die Türen hinter ihnen und eine Stimme ertönt aus dem Off: "Guten Morgen. Sie dürften bemerkt haben, dass sich Ihr Fahrzeug nicht mehr unter ihrer Kontrolle befindet. Ab sofort bestimme ich, wohin es geht. Im Augenblick gibt es nur eines, das sie wissen sollten: In zwei Stunden und dreißig Minuten sind sie höchstwahrscheinlich tot."
Das Ganze wird vom Täter live im Internet gestreamt - und das aus einem guten Grund. Ab sofort entscheiden die Menschen im Netz darüber, wer leben und wer sterben wird. Und als das erste Auto in die Luft fliegt, wird klar, dass er es absolut ernst meint.

Meine Meinung:
Ich weiß wirklich nicht, wie ich meine Begeisterung über dieses Buch in Worte fassen soll. Trotz Klausurenphase und Abgaben ohne Ende, habe ich es innerhalb von zwei Tagen geradezu verschlungen!
Es ist schon das zweite Buch, das ich in der letzten Zeit zum Thema künstliche Intelligenz gelesen habe, und wie auch schon "Tot bist du perfekt" , hat es mir unfassbar gut gefallen.
Direkt zu Beginn lernt man erst einmal alle Charaktere kennen (und irgendwo auch lieben), sodass es emotional dann natürlich wirklich zur Achterbahnfahrt wird, wenn die Autos unter die Kontrolle des Hackers geraten. Dadurch, dass das Buch aus so vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, bekommt man zum einen Einblick in das Gefühlsleben der Passagiere - aber zum anderen auch in das der Menschen, die über Leben und Tod entscheiden müssen. Dieses moralische Dilemma fand ich so unvorstellbar und es hat mich auch die ganze Zeit weiterhin beschäftigt, wenn ich das Buch schon längst schweren Herzens aus der Hand gelegt hatte. Diese Vorstellung, entscheiden zu müssen, wer leben darf und wer stirbt, ist unfassbar grausam. Und das erschreckendste an der Sache war, dass ich gemerkt habe, wie auch ich (mit dazukommenden Informationen über die Passagiere) angefangen habe, darüber nachzudenken, bei wem ich es am schlimmsten finden würde. Ich denke, das zeigt ganz gut, wie tief ich wirklich in diese Geschichte eingetaucht war. 
Die Spannung ist von Anfang an kaum auszuhalten und steigert sich zum Ende hin bis ins Unermessliche. Dieses Buch war so voller Geheimnisse und rasanter Wendungen, dass ich wirklich nie wusste, wie das Ganze ausgehen könnte und was eigentlich das größere Bild hinter der ganzen Situation war. Und das ist es meiner Meinung nach, was - neben einem flüssigen und lebhaften Schreibstil, den John Marrs definitiv hat - einen wirklich guten Thriller ausmacht.
"The Passengers" hat mich zum Nachdenken gebracht. Es spricht einige wirklich tief gehende moralische Dilemmata an und zeigt, wie unfassbar schnell Menschen sich ein Urteil auf Grundlage von nur ein paar wenigen Informationen bilden. 
Ich finde, dass das Thema dieses Buches gar nicht allzu weit von der Realität entfernt ist. In Zeiten des digitalen Wandels, in denen alles so rasant voranschreitet und künstliche Intelligenz einen immer größeren Bereich unseres Lebens bedient, ist es wichtig, sich an unsere Menschlichkeit zu erinnern. Und genau das zeigt dieses Buch auf wirkungsvolle Weise auf.

Fazit:
Ich glaube, ich habe wirklich einen Lauf, was gute Bücher angeht. Die letzten Bücher, die ich gelesen habe, waren allesamt unglaublich spannend. Aber "The Passengers" hat all das nochmal getoppt. Dieses Buch unterhält einen nicht nur mit Spannung vom Feinsten, sondern regt wirklich zum Nachdenken an. Ganz, ganz große Leseempfehlung!