Dienstag, 7. Juni 2016

Gedankenkarussell: Erfolg?

Hallo ihr Lieben,


heute mal ein Post der etwas anderen Art. Ich habe, wie ihr vielleicht durch meinen Montagsinspirationen-Post letzte Woche mitbekommen habt, in letzter Zeit viel über alles nachgedacht. Naja, um ehrlich zu sein, tue ich das immer. Ich denke viel zu viel & das ist auch oftmals mein Problem. Dennoch kommen manchmal Gedankengänge dabei raus, die nicht nur zu Problemen führen oder alles nur noch verkomplizieren, sondern die doch tatsächlich auch mal nützlich sein können.


Heute stieß ich durch Zufall auf ein Zitat des Autoren David W. Orr:


"The plain fact is that the planet does not need more successful people. But it does desperately need more peacemakers, healers, restorers, storytellers, and lovers of every kind. It needs people who live well in their places. It needs people of moral courage willing to join the fight to make the world habitable and humane. And these qualities have little to do with success as we have defined it."

& das hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Heutzutage scheint sich die ganze Welt nur noch in einem einzigen Wettkampf mit allem & jedem zu befinden. Vor allem in Zeiten der sozialen Medien scheint dieser Wettkampf ein geradezu verheerendes Ausmaß angenommen zu haben. Es wird verglichen & gegeneinander gekämpft, wo es nur geht. Wer verdient am meisten? Wer ist am schönsten, wer am dünnsten? Wer schreibt die besten Noten, wer macht die größte Karriere? Wer hat die meisten Follower, Likes oder Blogviews? Wer kopiert wen? Wer ist am fittesten, macht am meisten & längsten Sport, isst am meisten Protein, hebt am meisten Gewicht? Wer hat die schönsten Bauchmuskeln? Wer hat die neuste Schminke, die meisten Lippenstifte, die teuersten Pflegeprodukte? Mittlerweile hat das ja schon so kranke Formen angenommen, dass diese Wettkämpfe in wirklich jedem Bereich ausgetragen werden. Sogenannte "Recovery"-Accounts übertreffen sich in ihren Rückfällen & posten stolz die Anzahl ihrer Krankhausaufenthalte & ihr niedrigstes Gewicht. Ja, mittlerweile werden diese Accounts sogar schon von der Lebensmittelindustrie gesponsert. Wo sind wir mittlerweile eigentlich angekommen? Unsere Gesellschaft befindet sich in einem einzigen Streben nach Erfolg, Aufmerksamkeit & Anerkennung.





Aber wenn wir uns nur mal eine Minute nehmen, um das ganze mit einem gewissen Abstand zu betrachten, dann stellt sich doch die Frage: "Wofür das alles?" Was bringt uns Erfolg? Sicherlich nicht das, was wir uns irgendwo doch alle am meisten wünschen: Liebe. Seit wann ist Erfolg gleichbedeutend mit Liebe? Seit wann denken wir, dass wir Leistung erbringen & möglichst gut aussehen müssen, um geliebt zu werden? Denkt ihr, eure Eltern lieben euch mehr, wenn ihr ausnahmslos Einsen mit nach Hause bringt & euch dafür komplett kaputt macht? Denkt ihr, eure Freunde mögen euch mehr, wenn ihr dünne Beine & ein "Thigh Gap" (noch so ein absolutes Unwort der sozialen Medien) habt oder 12k Follower auf Instagram? NEIN. Die Leute, die uns wirklich lieben, die wirklich für uns da sind, die lieben uns für das, was wir sind. Sie lieben uns für die Art, wie ihr bei einem Lachanfall nach Luft schnappen oder ohne jegliche Sorge eine riesige Pizza verputzen. Sie lieben uns dafür, dass wir loyal sind, dass wir immer da sind, egal, wie schwierig es gerade auch sein mag. Sie lieben uns dafür, dass wir zuhören und dass wir Geschichten erzählen & wie unsere Augen glänzen, wenn wir von etwas sprechen, das uns begeistert. Das sind die Dinge, für die wir geliebt werden.


Wir wäre es also, wenn man dem Begriff "Erfolg" eine ganz neue Definition verpassen würde? Wie wäre es, wenn wir uns neue Ziele setzen würden?
"Erfolgreich" einem anderen Menschen zu helfen anstelle "erfolgreich" 2 Stunden am perfekten Selfie zu arbeiten.
"Erfolgreich" einen Tag lang (& am besten nie wieder) keine Kalorien zählen & dem Körper geben, was er braucht, um all die Schwierigkeiten des Lebens mit Bravour zu meistern, anstelle "erfolgreich" einen weiteren Tag durch Hungern oder Gedanken an Essen/Kalorien zu verschwenden.
"Erfolgreich" neue Wege mit dem Fahrrad erkunden oder ein Picknick im Schatten eines großen Baumes am See zu genießen, anstelle sich für den "Erfolg" bei Sonnenschein & 30 Grad im Schatten ins Fitnessstudio zu quälen, weil man ja so "diszipliniert" ist.
"Erfolgreich" LEBEN. Es kann doch im Leben nicht immer darum gehen, in allem der Beste zu sein & möglichst viel Leistung zu erbringen, wenn das eigentliche Leben darunter leidet? Wenn man nicht mehr lachen kann oder sich mal einfach eine Stunde mit einem Buch in den Garten setzen kann, ohne von einer Aufgabe zur nächsten zu hetzen? Wenn man sein Gesicht hasserfüllt im Spiegel anstarrt, weil man ja "nie gut genug" ist. Wenn man seinen Wert einzig & allein an Leistungen, Followern, Likes, Gewicht oder sonstigen Zahlen festmacht?


Wir sind mehr als nur eine Zahl. So unendlich viel mehr.




Aber wie wollen wir jemals wissen, zu was wir alles fähig sind, wenn wir uns Tag für Tag an den selben Parametern messen? Es braucht Mut & innere Stärke, sich von den alten Gewohnheiten & dem Druck der Gesellschaft zu trennen & seinen eigenen Weg zu gehen. Aber eins ist sicher: nur der Weg, für den man sich selbst aus sich heraus entscheidet, ist der richtige Weg für einen. Davon bin ich fest überzeugt.

Ihr werdet niemals jemand anderes sein. Egal, wie sehr ihr euch abmüht, ihr werdet niemals aussehen wie jemand anders. & meiner Meinung nach ist das auch gut so. Jeder Mensch ist auf seine Weise schön, nur haben leider viele ihr Strahlen durch all die Sorgen & den ganzen Stress verloren. Das Leben ist zu schön, um es auf der ewigen Suche nach Perfektion zu vergeuden. Es wird immer jemanden geben, der bessere Noten schreibt, mehr Geld verdient, dünner ist oder mehr Bauchmuskeln hat. Na und? Konzentriert euch auf das, was ihr habt, anstelle immer dem nachzuheulen, was ihr nicht habt. Dann wird euch auffallen, wie gut es euch eigentlich geht. Auch ich muss das noch lernen, aber wie sagt man so schön: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Vielleicht konnte ich euch ja etwas zum Nachdenken animieren, vielleicht seht ihr das aber auch ganz anders. Es war mir nur wichtig, das einmal loszuwerden. Denn ich bin bereit für ein besseres Leben. :)

Eure Kiki ♥

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